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Ratgeber

Welche Marketingkanäle lohnen sich für kleine Unternehmen und KMU in Wien?

ReisnerD778
aktualisiert: 1. September 2026 15:10

SEO, Google Ads, Social Media, E-Mail-Marketing, Content oder klassischer Vertrieb: Kleine Unternehmen können heute aus zahlreichen Marketingkanälen wählen. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Wiener KMU auf möglichst vielen Plattformen gleichzeitig präsent sein muss. Entscheidend ist vielmehr, welcher Kanal zur Zielgruppe, zum Angebot und zur jeweiligen Phase der Kaufentscheidung passt.

Ein Installationsbetrieb mit Einsatzgebiet Wien hat andere Anforderungen als eine Unternehmensberatung mit wenigen hochwertigen B2B-Kunden. Ein lokales Geschäft benötigt wiederum einen anderen Marketing-Mix als ein Online-Shop, der Kunden in ganz Österreich erreichen möchte.

Deshalb beginnt eine sinnvolle Marketingstrategie nicht mit der Frage „Sollen wir Instagram oder Google Ads machen?“, sondern mit einer anderen Überlegung: Wie entsteht bei unseren Kunden Bedarf – und wo suchen sie anschließend nach einer Lösung?

Marketingkanäle auswählen: Erst die Kundensituation verstehen

Marketingkanäle erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Manche erreichen Menschen, die bereits konkret nach einem Anbieter suchen. Andere schaffen Aufmerksamkeit, bauen Vertrauen auf oder halten den Kontakt zu bestehenden Kunden aufrecht.

Eine erste Einteilung kann deshalb nach dem jeweiligen Ziel erfolgen:

  • Lokale Nachfrage erreichen: Google-Unternehmensprofil, lokale Suchmaschinenoptimierung und regionale Leistungsseiten.
  • Konkrete Suchnachfrage abholen: SEO und Google Ads.
  • Vertrauen vor einer Kaufentscheidung aufbauen: Ratgeber, Content Marketing und Inbound Marketing.
  • Bestehende Kunden erneut erreichen: E-Mail-Marketing und Marketing-Automation.
  • Ausgewählte Geschäftskunden aktiv ansprechen: Vertrieb, Direktmarketing und andere B2B-Maßnahmen.
  • Marke und Bekanntheit aufbauen: Social Media, PR, Veranstaltungen und weitere Reichweitenkanäle.

Die einzelnen Instrumente schließen einander nicht aus. Häufig entsteht der größte Nutzen gerade durch ihre Kombination. Ein Unternehmen kann beispielsweise mit Google Ads kurzfristig Nachfrage abholen und gleichzeitig über SEO langfristige organische Sichtbarkeit entwickeln.

1. Lokales Marketing: Für viele Wiener Betriebe der wichtigste Ausgangspunkt

Wer Kunden hauptsächlich in Wien oder im unmittelbaren Umland betreut, sollte zunächst die lokale Auffindbarkeit prüfen. Das gilt beispielsweise für Handwerker, Ordinationen, lokale Fachgeschäfte, Restaurants, Beratungsunternehmen oder Dienstleister mit einem klar definierten Einsatzgebiet.

Ein bestätigtes Google-Unternehmensprofil kann in der Google Suche und in Google Maps erscheinen. Wichtig sind unter anderem korrekte und aktuelle Unternehmensinformationen, Öffnungszeiten, Kontaktdaten und – sofern relevant – ein sauber definiertes Einzugsgebiet.

Die eigene Website bleibt dabei die zentrale Informationsquelle. Dienstleistungen sollten nicht ausschließlich auf einer allgemeinen Startseite erwähnt werden. Bei mehreren klar voneinander unterscheidbaren Leistungen können eigene, inhaltlich starke Leistungsseiten sinnvoll sein.

Wie diese lokale Basis aufgebaut werden kann, behandelt clusterwien.at bereits ausführlicher im Ratgeber dazu, wie Unternehmen lokale Kunden vor Ort auf sich aufmerksam machen können.

Für einen Wiener Betrieb kann lokale Sichtbarkeit wesentlich näher an einer tatsächlichen Anfrage liegen als eine hohe Reichweite auf einer beliebigen Social-Media-Plattform. Ein Nutzer, der konkret nach einer Leistung in seiner Nähe sucht, befindet sich häufig bereits in einer fortgeschrittenen Phase der Entscheidung.

2. SEO: Langfristig bei konkreten Fragen und Leistungen gefunden werden

Suchmaschinenoptimierung eignet sich besonders für Unternehmen, deren potenzielle Kunden regelmäßig nach denselben Problemen, Dienstleistungen oder Informationsfragen suchen.

Typische Beispiele sind:

  • „Was kostet …?“
  • „Welcher Anbieter für …?“
  • „Wie funktioniert …?“
  • „Was ist der Unterschied zwischen …?“
  • „Wer bietet … in Wien an?“
  • „Welche Lösung eignet sich für …?“

Statt ausschließlich einen allgemeinen Unternehmensauftritt zu betreiben, kann daraus eine langfristige Informationsstruktur entstehen. Leistungsseiten decken kaufnahe Suchanfragen ab, während Ratgeber konkretere Fragen beantworten und Interessenten bereits während ihrer Recherche erreichen.

Das ist auch der Grund, warum interne Verlinkung wichtig ist: Ein allgemeiner Ratgeber kann auf eine tiefergehende Leistungs- oder Fachseite verweisen, während die Fachseite bei Bedarf wieder auf weiterführende Erklärungen verweist. So entsteht ein nachvollziehbarer Themenzusammenhang für Leser und Suchmaschinen.

Unternehmen, die SEO nicht vollständig intern abdecken können, finden auf clusterwien.at außerdem einen eigenen Überblick zur Auswahl einer SEO-Marketing-Agentur in Österreich.

Wann eignet sich SEO besonders?

SEO ist vor allem dann interessant, wenn ein Thema langfristig gesucht wird und nicht nach wenigen Wochen wieder verschwindet. Dienstleistungen, Fachfragen, Kostenfragen, Vergleiche und wiederkehrende Kundenprobleme können deshalb besonders geeignete Themen sein.

Weniger sinnvoll ist die Erwartung, mit einer neu veröffentlichten Seite sofort dauerhaft ganz oben zu stehen. Suchmaschinen müssen Inhalte zunächst finden, verarbeiten und einordnen. SEO sollte deshalb eher als langfristiger Aufbau eines eigenen digitalen Vertriebskanals verstanden werden.

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3. Google Ads: Sichtbarkeit bei bereits vorhandener Suchnachfrage

Während organische Sichtbarkeit aufgebaut werden muss, können Suchanzeigen deutlich schneller ausgespielt werden. Suchkampagnen sind insbesondere deshalb interessant, weil Anzeigen Personen erreichen können, die bereits aktiv nach einem konkreten Produkt oder einer Dienstleistung suchen.

Das kann für ein lokales KMU besonders wertvoll sein. Sucht jemand beispielsweise konkret nach einer bestimmten Dienstleistung in Wien, ist die Ausgangssituation eine andere als bei einer breit ausgespielten Imagewerbung.

Unser Grundlagenbeitrag erklärt wie Unternehmen Werbung in der Google Suche schalten und welche Rolle Keywords, Klicks und Kampagnenziele dabei spielen.

Entscheidend ist allerdings nicht die Zahl der Klicks allein. Ein Unternehmen sollte definieren, was nach dem Klick passieren soll:

  • Anruf
  • Kontaktanfrage
  • Terminbuchung
  • Angebotsanforderung
  • Kauf
  • Registrierung

Erst wenn diese Handlungen gemessen werden, lässt sich beurteilen, ob ein Werbekanal tatsächlich wirtschaftlich arbeitet.

Bestehende Kampagnen sollten zudem nicht nur gestartet, sondern regelmäßig überprüft werden. Suchbegriffe, geografische Ausrichtung, Anzeigen, Zielseiten und Conversion-Daten können Hinweise liefern, wo Budget verloren geht. Dazu gibt es auf clusterwien.at einen vertiefenden Beitrag über die laufende Optimierung von Google Ads in Österreich.

Wird externe Unterstützung benötigt, ist außerdem nicht automatisch die billigste Betreuung die beste. Erfahrung mit dem Geschäftsmodell, nachvollziehbares Reporting und ein sauberer Umgang mit Conversion-Daten sind wichtiger. Der Ratgeber zur Auswahl einer Google Ads Agentur geht auf diese Entscheidung gesondert ein.

4. Content Marketing: Kundenfragen beantworten, bevor der Verkauf beginnt

Nicht jede Kaufentscheidung beginnt mit einer direkten Suche nach einem Anbieter. Gerade bei erklärungsbedürftigen Dienstleistungen, größeren Investitionen oder B2B-Angeboten informieren sich Interessenten häufig zunächst über das Problem.

Content Marketing kann genau diese Phase abdecken.

Ein Unternehmen kann beispielsweise erklären:

  • welche Lösung für welchen Anwendungsfall geeignet ist,
  • mit welchen Kosten typischerweise gerechnet werden muss,
  • welche Varianten es gibt,
  • welche Fehler häufig gemacht werden,
  • welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen,
  • woran gute Anbieter oder Lösungen erkannt werden können.

Gute Inhalte erfüllen damit mehrere Aufgaben gleichzeitig. Sie können über Suchmaschinen neue Besucher erreichen, Vertrauen aufbauen, häufige Fragen beantworten und dem Vertrieb Material für spätere Kundengespräche liefern.

Besonders bei komplexeren Angeboten führt diese Strategie in Richtung Inbound Marketing: Statt Interessenten ausschließlich mit Werbung zu unterbrechen, stellt das Unternehmen Informationen bereit, die Menschen während ihrer Recherche selbst suchen. Wie ein solcher Ansatz aufgebaut werden kann, zeigt der bestehende Beitrag über Inbound Marketing in Wien.

5. E-Mail-Marketing: Bestehenden Kundenkontakt nicht verschenken

Viele Unternehmen investieren einen großen Teil ihres Budgets in die Gewinnung neuer Besucher und Kunden. Sobald ein Kauf abgeschlossen oder eine Anfrage erledigt ist, endet die Kommunikation jedoch häufig.

Das muss nicht sinnvoll sein.

Bei passenden Geschäftsmodellen können Newsletter und andere E-Mail-Strecken dazu beitragen, bestehende Kontakte erneut zu erreichen. Besonders interessant ist das bei wiederkehrenden Leistungen, saisonalen Angeboten, Verbrauchsprodukten oder längeren Kaufentscheidungen.

Typische Einsatzmöglichkeiten sind:

  • Hinweise auf neue Produkte oder Leistungen,
  • Erinnerungen an wiederkehrende Termine,
  • Fachinformationen für bestehende Kunden,
  • saisonale Angebote,
  • Informationen nach einem Kauf,
  • Reaktivierung bestehender Kontakte.

Wer dafür ein passendes Werkzeug benötigt, findet auf clusterwien.at einen Überblick zu E-Mail-Marketing-Software und Newsletter-Lösungen.

Mit wachsendem Verteiler können wiederkehrende Abläufe automatisiert werden. Beispielsweise kann eine definierte Informationsserie nach einer Anmeldung beginnen oder ein Kontakt abhängig von bestimmten Aktionen unterschiedliche Inhalte erhalten. Einen Einstieg in dieses Thema bietet der Vergleich von Software für E-Mail-Marketing-Automation.

Wichtig: Werbe-E-Mails sind in Österreich rechtlich reguliert

E-Mail-Adressen dürfen nicht allein deshalb für Werbung genutzt werden, weil sie öffentlich auffindbar sind oder zu einem Unternehmen gehören. § 174 TKG 2021 sieht für elektronische Post zu Zwecken der Direktwerbung grundsätzlich eine vorherige Einwilligung vor. Für bestehende Kunden gibt es unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen eine Ausnahme.

Auch Werbeanrufe unterliegen in Österreich strengen Regeln. Unternehmen sollten deshalb vor Kampagnen prüfen, ob der geplante Kontaktweg rechtlich zulässig ist. Dieser Abschnitt stellt nur einen allgemeinen Überblick und keine individuelle Rechtsberatung dar.

6. B2B-Marketing: Bei wenigen Zielkunden kann direkter Vertrieb stärker sein

Ein Unternehmen mit Tausenden potenziellen Endkunden benötigt andere Marketingstrukturen als ein Spezialanbieter, für den vielleicht nur einige hundert Unternehmen als realistische Kunden infrage kommen.

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Je kleiner und wertvoller der relevante Zielmarkt ist, desto interessanter kann eine gezielte Vertriebsstrategie werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • persönliche Empfehlungen,
  • Netzwerke und Veranstaltungen,
  • individuelle Vertriebsansprache,
  • postalisches Direktmarketing,
  • Partnerschaften,
  • Account-basierte Vertriebsmaßnahmen.

Bei elektronischer oder telefonischer Kaltansprache ist allerdings besondere Vorsicht notwendig. Auch eine berufliche E-Mail-Adresse bedeutet nicht automatisch, dass Werbung ohne vorherige Zustimmung versendet werden darf. Der ausführliche clusterwien.at-Ratgeber zur Kaltakquise im B2B in Österreich behandelt diese Besonderheiten ausführlicher.

Direkter Verkauf selbst ist damit keineswegs überholt. Je nach Produkt, Beratungsbedarf und Zielgruppe kann persönlicher Kontakt sogar ein entscheidender Bestandteil der Vermarktung sein. Weitere Grundlagen dazu finden sich im Beitrag über Direktvertrieb als Marketing- und Vertriebskanal.

7. Social Media: Reichweite ist nicht automatisch Nachfrage

Social Media kann für viele Unternehmen ein sinnvoller Marketingkanal sein. Besonders geeignet sind Plattformen dort, wo Produkte visuell erklärbar sind, Einblicke in die Arbeit Vertrauen schaffen oder Zielgruppen regelmäßig mit neuen Inhalten erreicht werden können.

Die Nutzung sozialer Medien durch Unternehmen ist längst verbreitet. Eurostat weist für 2025 aus, dass 63 Prozent der KMU in der EU Social Media nutzten. Daraus folgt allerdings nicht, dass Social Media für jedes Unternehmen der wichtigste Kanal sein muss.

Ein lokaler Notdienst, den Menschen nur bei akutem Bedarf benötigen, wird seine Kunden unter Umständen wesentlich effektiver über die Suche erreichen. Eine Modemarke, ein Gastronomiebetrieb oder ein Unternehmen mit stark visuellen Produkten kann dagegen deutlich stärker von Social Media profitieren.

Deshalb sollte die Entscheidung nicht lauten „Social Media ja oder nein?“, sondern:

Welche Aufgabe soll Social Media in unserem Marketing übernehmen?

Das kann beispielsweise Markenaufbau, Kundenbindung, Community-Aufbau, Recruiting, Produktpräsentation oder die Verbreitung eigener Inhalte sein.

8. Online-Shop: Mehrere Marketingkanäle greifen ineinander

Im E-Commerce reicht ein einzelner Kanal häufig nicht aus.

SEO kann langfristig Besucher über Kategorien, Produkte und Informationsfragen bringen. Such- oder Shopping-Werbung kann Kaufinteressenten kurzfristig erreichen. Social Media eignet sich je nach Sortiment für Inspiration und Markenaufbau. E-Mail-Marketing kann Käufer später erneut zum Shop zurückbringen.

Das bedeutet aber nicht, dass ein neuer Shop alle Kanäle gleichzeitig starten sollte.

Zunächst sollten Sortiment, Positionierung, technische Basis, Zahlungs- und Versandprozesse sowie die tatsächliche Marge stimmen. Erst danach kann sinnvoll entschieden werden, wie viel für die Gewinnung eines neuen Kunden ausgegeben werden darf.

Wer noch am Anfang steht, findet zusätzliche Grundlagen im clusterwien.at-Ratgeber zum Thema Onlinehandel gründen und einen Shop vermarkten.

Welcher Marketing-Mix passt zu welchem Unternehmen?

Lokaler Dienstleister in Wien

Bei einem lokal tätigen Dienstleister sollte die Reihenfolge häufig ungefähr so aussehen:

  1. saubere Website und klar verständliche Leistungen,
  2. Google-Unternehmensprofil und lokale Auffindbarkeit,
  3. SEO für wichtige Leistungen und wiederkehrende Kundenfragen,
  4. Google Ads für besonders kaufnahe Suchanfragen,
  5. weitere Kanäle nur dort, wo sie eine klare zusätzliche Aufgabe erfüllen.

B2B-Dienstleister

Bei einem spezialisierten B2B-Unternehmen kann eine andere Kombination sinnvoll sein:

  1. klare Positionierung und Zielkundendefinition,
  2. Website mit konkreten Leistungen und Anwendungsfällen,
  3. hochwertige Fachinhalte und SEO,
  4. direkter Vertrieb und Partnerschaften,
  5. E-Mail- beziehungsweise Lead-Nurturing für bereits legitim gewonnene Kontakte.

Online-Shop

Ein Online-Shop könnte wiederum so priorisieren:

  1. technisch und wirtschaftlich funktionierender Shop,
  2. SEO für Kategorien und kaufnahe Suchanfragen,
  3. bezahlte Werbung für profitable Produkte,
  4. E-Mail-Marketing für Bestandskunden,
  5. Content und Social Media für zusätzliche Reichweite und Markenaufbau.

Beratungsintensives Angebot

Bei Dienstleistungen mit langer Entscheidungsdauer sollte nicht nur der letzte Kontakt vor dem Abschluss betrachtet werden. Ratgeber, Fallbeispiele, Newsletter, persönliche Gespräche und Suchmaschinen können gemeinsam dazu beitragen, dass aus einem zunächst unverbindlichen Interessenten später ein Kunde wird.

Mit zwei starken Kanälen beginnen statt mit sechs schwachen

Ein typischer Fehler kleiner Unternehmen ist die gleichzeitige Eröffnung zu vieler Baustellen.

Eine neue Website wird erstellt, parallel startet ein Newsletter, drei Social-Media-Profile werden eröffnet und zusätzlich läuft eine Werbekampagne. Nach einigen Monaten fehlen Zeit und Daten, um überhaupt beurteilen zu können, was funktioniert.

Praktischer ist häufig das Prinzip:

Ein Kanal für kurzfristige Nachfrage plus ein Kanal für langfristigen Aufbau.

Beispiele:

  • Lokaler Dienstleister: Google Ads + lokale SEO.
  • B2B-Beratung: aktiver Vertrieb + Fachcontent.
  • Online-Shop: Performance-Werbung + E-Mail-Marketing.
  • Erklärungsbedürftige Dienstleistung: SEO + Inbound Content.

Erst wenn klar erkennbar ist, wie diese Kanäle funktionieren und welche Ergebnisse sie bringen, sollte die nächste Marketingmaßnahme hinzukommen.

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Marketingkanäle nicht nach Reichweite, sondern nach Geschäftsergebnis messen

Eine große Zahl an Impressionen, Followern oder Websitebesuchen ist nicht automatisch ein Geschäftserfolg.

Die entscheidenden Kennzahlen hängen vom Geschäftsmodell ab. Relevant können beispielsweise sein:

  • qualifizierte Anrufe,
  • Kontaktanfragen,
  • Terminvereinbarungen,
  • Angebotsanfragen,
  • Verkäufe,
  • Umsatz pro Neukunde,
  • Kosten pro Neukunde,
  • Wiederkäufe,
  • Deckungsbeitrag.

Ein Kanal mit wenigen, aber hochwertigen Anfragen kann wirtschaftlich deutlich besser sein als ein Kanal mit großer Reichweite und kaum Abschlüssen.

Deshalb sollte bei jedem neuen Marketingkanal vor dem Start festgelegt werden, welche konkrete Handlung erreicht werden soll und wie diese gemessen werden kann.

Marketingtrends beobachten – Strategie nicht jeden Monat wechseln

Marketingplattformen und Technologien verändern sich laufend. Automatisierung, KI, neue Werbeformate und verändertes Nutzerverhalten können neue Chancen eröffnen. Einen Überblick über solche Entwicklungen bietet auch der clusterwien.at-Beitrag über Trends und Technologien im Online-Marketing.

Für kleine Unternehmen bedeutet das allerdings nicht, jede neue Plattform sofort ausprobieren zu müssen.

Ein funktionierender Kanal mit messbaren Ergebnissen sollte nicht aufgegeben werden, nur weil ein neuer Trend Aufmerksamkeit erhält. Neue Instrumente sind vor allem dann interessant, wenn sie ein konkretes bestehendes Problem besser lösen können.

Fazit: Der beste Marketingkanal hat eine klare Aufgabe

Den einen besten Marketingkanal für alle kleinen Unternehmen in Wien gibt es nicht. Die richtige Auswahl hängt davon ab, wie Kunden nach einer Lösung suchen, wie hoch der Wert einer Anfrage ist, wie lange die Entscheidung dauert und welche Ressourcen dauerhaft zur Verfügung stehen.

Für lokal tätige Unternehmen sind Google, lokale Sichtbarkeit und SEO häufig besonders wichtig. Bei bereits vorhandener Suchnachfrage kann Google Ads eine sinnvolle Ergänzung sein. Erklärungsbedürftige Leistungen profitieren von Content und Inbound Marketing. E-Mail-Marketing eignet sich besonders zur Pflege bereits vorhandener Kontakte. Bei kleinen, klar definierten B2B-Zielgruppen kann wiederum der direkte Vertrieb eine wesentlich größere Rolle spielen.

Die wichtigste Regel lautet deshalb nicht „auf möglichst vielen Kanälen präsent sein“, sondern:

Wenige Marketingkanäle auswählen, ihnen eine konkrete Aufgabe geben, Ergebnisse messen und erfolgreiche Maßnahmen anschließend systematisch ausbauen.

Häufige Fragen

Welche Marketingkanäle eignen sich für kleine Unternehmen in Wien?

Für viele lokale Unternehmen sind eine gute Website, lokale Suchmaschinenoptimierung, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und – bei ausreichend konkreter Nachfrage – Google Ads besonders naheliegend. Welche Kombination geeignet ist, hängt jedoch stark von Zielgruppe und Geschäftsmodell ab.

Ist SEO oder Google Ads für ein KMU besser?

SEO und Google Ads erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Google Ads kann kurzfristig Sichtbarkeit bei vorhandener Suchnachfrage schaffen. SEO baut organische Sichtbarkeit langfristiger auf. In vielen Fällen können sich beide Kanäle sinnvoll ergänzen.

Braucht jedes kleine Unternehmen Social Media?

Nein. Social Media sollte eine konkrete Aufgabe erfüllen und zur Zielgruppe passen. Für manche lokale Dienstleistungen liegt eine Google-Suche wesentlich näher an einer tatsächlichen Anfrage als ein Social-Media-Kontakt.

Wie viele Marketingkanäle sollte ein KMU gleichzeitig nutzen?

Es gibt keine fixe Zahl. Gerade bei begrenzten Ressourcen ist es häufig sinnvoller, zunächst ein oder zwei relevante Kanäle konsequent aufzubauen, statt viele Plattformen nur unregelmäßig zu bedienen.

Wie erkenne ich, ob ein Marketingkanal funktioniert?

Der Kanal sollte an konkreten Geschäftszielen gemessen werden. Je nach Unternehmen können das Anrufe, Terminbuchungen, Kontaktanfragen, Verkäufe, Neukundenkosten oder Wiederkäufe sein. Reichweite oder Klicks allein reichen für die wirtschaftliche Bewertung meist nicht aus.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Google: Offizielle Google-Ads-Dokumentation zu Suchkampagnen und dazu, wie Unternehmen Personen erreichen können, die aktiv nach Produkten oder Dienstleistungen suchen. Google Ads – Suchkampagnen
  • Wirtschaftskammer Österreich: Aktuelle Übersicht zur österreichischen Rechtslage bei Direktwerbung per Telefon, E-Mail und SMS sowie zu Einwilligung und gesetzlichen Ausnahmen. WKO – Direktwerbung per Telefon, E-Mail und SMS
  • Rechtsinformationssystem des Bundes: Konsolidierter Gesetzestext von § 174 TKG 2021 zu unerbetenen Nachrichten, Werbeanrufen und elektronischer Direktwerbung. RIS – Telekommunikationsgesetz 2021
  • Statistik Austria: Offizielle Daten und jährliche Erhebung zur Digitalisierung und zum Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in österreichischen Unternehmen. Statistik Austria – IKT-Einsatz in Unternehmen
  • Eurostat: Europäische Daten zur Digitalisierung von Unternehmen, darunter die Nutzung sozialer Medien durch KMU und größere Unternehmen. Eurostat – Digitalisation in Europe 2026

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